Auf die Sättel, fertig, los!

Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, alles blüht und duftet nach Frühling. Jetzt wird’s höchste Zeit einen Blick in die Keller zu werfen, die Spinnweben abzuwischen und den treuen Drahtesel sanft aus seinem Winterschlaf zu holen. Wie man das am cleversten anstellt und worauf man unbedingt achten sollte, um heil mit dem Fahrrad in den Frühling zu starten, verrät der große Fahrrad-Check.

Kaum etwas ist so gesund und wohltuend für die Gesundheit und gleichzeitig so kinderleicht in den Alltag zu integrieren, wie das Fahrradfahren. Nach der wohlverdienten Winterpause sollte man sein Fahrrad jedoch erst einmal gründlich durchchecken, um möglichen Problemen durch das lange Stehen vorzubeugen. Die Feuchtigkeit in Kellerräumen kann den Drahteseln ganz schön zusetzen. Aber auch wenn man sein Fahrrad den Winter über genutzt hat, ist eine Überprüfung ratsam. Dreck, Eis, Schnee und Wasser führen leicht zu Rost und kleineren Schäden, die große Folgen haben können. Was für Haus und Wohnung der Frühjahrsputz ist für Fahrräder der Frühjahrs-Check.

 

Checkliste

  1. Dem Esel zu neuem Glanz verhelfen
  2. Es werde Licht
  3. Wiederbelebung
  4. In Gang bringen
  5. Schrauben und Bremsen
  6. Glocken müssen klingen
  7. Sitzen, lenken, treten
  8. Probefahrt

 

1. Dem Esel zu neuem Glanz verhelfen

Als erstes muss das Fahrrad natürlich gründlich gereinigt werden. Dabei ist nicht nur Staub wischen angesagt. Am besten besorgt man sich einen guten Fahrradreiniger und sprüht das gute Stück damit ein. Nach 5 bis 10 Minuten Einwirkzeit wird nachgespült. Dafür benutzt man heißes Wasser mit etwas Spülmittel. Anschließend wird das Rad mit einem weichen Tuch poliert und zu guter Letzt alle beweglichen Teile mit etwas Kettenöl eingeschmiert.

 

2. Es werde Licht

Als nächstes kommt das Licht an die Reihe. Auch wenn die Tage wieder länger sind, irgendwann geht auch am schönsten Frühlingstag die Sonne unter und dann sollte die Fahrradbeleuchtung auch in der Lage sein, Licht ins Dunkel zu bringen. Funktioniert die Beleuchtung war´s das schon mit diesem Check-Punkt. Bleibt es duster, ergibt es Sinn als erstes Kabel und Kontakte zu überprüfen. Ist hier alles in Ordnung, wird wohl ein Glühbirnenwechsel von Nöten sein. Pflege-Tipp: Das Einfetten von Steckkontakten verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit.

 

3. Wiederbelebung

Zu den wohl wichtigsten Bestandteilen eines Fahrrads zählen ganz klar die Reifen. Auch diese müssen beim großen Frühjahrscheck natürlich kontrolliert werden. Lässt sich der Reifen leicht eindrücken, sollte auf jeden Fall Luft nachgepumpt werden. Aber auch der Mantel verdient Beachtung. Er muss ausreichend Profil besitzen, um auf nasser Straße genügend Haftung zu bieten. Sind die Reifen schon älter, sollte man Mantel und Schlauch auf poröse Stellen kontrollieren und sie ggf. austauschen, sonst ist die Luft schneller wieder draußen als man pumpen kann.

 

4. In Gang bringen

Ebenfalls ganz oben auf der Liste der wichtigsten Teile eines Fahrrads steht die Kette. Sie sollte mit Lappen und Bürste gründlich gesäubert werden. Auch hierfür gibt es spezielle Reiniger, die dabei helfen können. Anschließend muss das gute Teil mit Kettenöl eingefettet werden. Verbunden mit der Kette ist häufig die Fahrradschaltung. Eine Kettenschaltung arbeitet nur gut, solange sie sauber ist. Eine Nabenschaltung hat dagegen kaum Wartungsaufwand. Sollten die Gänge nicht richtig einrasten, kann sie mithilfe der Einstellschraube justiert werden.

 

5. Schrauben und Bremsen

Der Test der Bremsen ist essentiell für die Sicherheit beim Fahrrad fahren. Die Vorderbremsen kann man einfach testen, indem man sein Rad ein Stück schiebt und sie dabei betätigt. Das Fahrrad sollte sofort blockieren. Gleiches gilt für den Rücktritt. Die Bremsbeläge müssen noch ausreichend Gummi haben. Sind die Vertiefungen schon nicht mehr zu erkennen, sollten die Beläge dringend ausgetauscht werden. Bei Felgenbremsen kann man das relativ einfach selbst erledigen. Die Wartung von Scheibenbremsen ist dagegen sehr viel komplizierter und deshalb meist ein Fall für die Werkstatt.

Sind die Bremsen in Topform steht noch ein allgemeiner Schrauben-Check auf dem Programm. Dafür überprüft man alle Verschraubungen seines Fahrrads von vorne nach hinten und stellt sicher, dass alles ordentlich fest ist und sicher hält. Insbesondere bei Schutzblechen und Gepäckträgern sollten die Schrauben zur Sicherheit nachgezogen werden.

 

6. Glocken müssen klingen

Jedes Fahrrad braucht natürlich eine Klingel. Sie muss leicht erreichbar sein und natürlich funktionieren. Beim Glocken-Check kontrolliert man ob die Klingel fest am Lenker angebracht und gut zu hören ist. Wenn die Fahrradklingel nicht funktioniert muss sie unbedingt ausgetauscht werden. Auch das kann man ganz einfach alleine machen.

 

7. Sitzen, lenken, treten

Der Lenker eines Fahrrads muss fest und gerade ausgerichtet sein. Um das zu kontrollieren, stellt man sich vor sein Fahrrad und überprüft die Ausrichtung im Vergleich zum Vorderrad. Um ihn neu zu justieren, lockert man die Schrauben und zieht sie nach der Ausrichtung wieder ordentlich an. Auch der Sattel sollte fest und vor allem wagerecht sitzen. Gleiches gilt für Pedale und Kurbeln. Außerdem müssen sie sich leicht drehen lassen. Das Tretlager sollte dabei geräuschfrei arbeiten.

 

8. Probefahrt

Sind alle bisherigen Punkte des großen Frühjahrs-Checks abgearbeitet, geht’s endlich auf die Straße. Erst beim Fahren selbst kann man schlussendlich herausfinden, ob alles funktioniert, wie es funktionieren soll und ggf. nachjustieren. Hierbei sollte insbesondere noch einmal auf Schaltung und Bremsen geachtet werden. Ist alles in Ordnung kann die Fahrradsaison beginnen.