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Einsamkeit ist nicht gesund 

Soziale Isolation wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus und kann sogar die Lebenserwartung um 32% senken.

 

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Einsamkeit ist nicht gesund

Dass Alleinsein auf Dauer, sowohl unserer Gesundheit als auch unserem Wohlbefinden schadet, ist weitgehend bekannt. Doch wie sehr uns das Gefühl der Einsamkeit und des fehlenden Kontakts zu engen Freund*innen und Verwandten beeinträchtigt, stellen jetzt Ergebnisse einiger neuer Studien dar. Um ganze 32 % kann das Gefühl von Einsamkeit unsere Lebenserwartung senken. Während Menschen mit starken sozialen Bindungen sich einer besseren Herzgesundheit, einem gesünderen Blutdruck und besserer Cholesterinwerte erfreuen, haben Personen, die sozial eher isoliert sind, ein um 50 % höheres Risiko an Herzinfarkten oder Schlaganfällen zu erkranken. Aufschlussreich ist auch, dass es dabei unerheblich ist, ob Menschen tatsächlich wenig soziale Kontakte pflegen oder sich lediglich subjektiv einsam fühlen. Einsamkeit entsteht immer dann, wenn uns das Gefühl der Verbundenheit mit anderen fehlt. Demzufolge ist Einsamkeit nichts, was sich an der bloßen Anzahl von Kontakten eines Menschen messen lässt. Auch legen die Daten nahe, dass fehlende soziale Integration mit einem gesundheitsschädlicheren Verhalten einhergeht. Wer weniger sozial eingebunden ist, der raucht eher und trinkt laut der Studie auch mehr Alkohol. Dass fehlende soziale Kontakte das Sterberisiko erhöhen, kann vermutlich auch auf das erhöhte Stresslevel in Phasen sozialer Isolation zurückgeführt werden. Deshalb ist es gerade in stressigen Zeiten so wichtig, soziale Kontakte zu pflegen. 

Das Internet verbindet

Die Nutzungsgründe für die verschiedenen sozialen Netzwerke sind zwar divers, jedoch gibt es einen ganz klaren Gewinner – der Kontakt zu Familie und Freund*innen. 67 % der Befragten, einer groß angelegten Studie, gaben an, dass die Möglichkeit, mit der Familie und dem Freundes- und Bekanntenkreis zu kommunizieren, der Grund für die Nutzung von Social media Plattformen ist . Dabei spielen alte und neue Bekanntschaften eine gleichermaßen wichtige Rolle für die Studienteilnehmer*innen: ungefähr die Hälfte der Befragten gab an, dass die Kontaktaufnahme mit alten Freund*innen ebenso wichtig wäre wie die Pflege von aktuellen Freundschaften. Das erklärt auch zu großen Teilen, warum die sozialen Medien aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Durch diese Netzwerke lassen sich Verbindungen aufrechterhalten –  selbst, wenn hunderte Kilometer zwischen einem. Aufschlussreich ist auch, dass gerade mal 9 % der Befragten die sozialen Medien nutzen, um neue Freundschaften zu schließen. Auch andere Funktionen der Dienste, wie zum Beispiel das Beitreten in Gruppen oder das Lesen von Kommentaren, spielte eine eher untergeordnete Rolle. 

Die Liebe auf Distanz

Unser Leben ist mobiler geworden. Diese Entwicklung macht auch vor der Liebe keinen Halt. Fast jede/r zweite Deutsche hatte bereits eine Fernbeziehung. Grund für die Fernliebe ist meist ein neuer Job in einer anderen Stadt und die daraus entstehende Distanz. Laut einer aktuellen Studie hat das Alter einen wesentlichen Anteil daran, ob man es mit der Liebe auf Distanz wagt: je jünger und gebildeter, desto öfter wird es trotz Entfernung versucht. Interessant ist aber auch, dass kaum jemand der Befragten die Erfahrung wiederholen möchte: Nur jede/r Zehnte hatte demnach mehr als eine Fernbeziehung. Ohnehin ist die Liebe auf Entfernung für die meisten nur ein Kompromiss auf Zeit. Gerade mal 9 % schätzen den Freiraum, welchen die Entfernung bedingt so, dass sie sich eine Fernbeziehung als Dauerzustand wünschen. Fernbeziehungen sind laut den Ergebnissen auch eine Frage der Bildung: 54 % der Befragten mit akademischem Abschluss hat schon mindestens einmal eine Fernbeziehung geführt. Ob es an den breiteren Jobangeboten und Auslandssemestern liegt, dass Akademiker/innen grundsätzlich offener für die Liebe auf Entfernung sind? Es scheint zumindest so. Denn lediglich ein Viertel von ihnen würde die Beziehung auf Distanz ganz ausschließen. 

Der Wunsch nach engeren Bindungen

Fast jede/r zweite Erwachsene in Deutschland wünscht sich engere Bindungen bei Freundschaften. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung des Allensbacher Institutes. Demnach sind die meisten zwar mit der Größe ihres Freundeskreises zufrieden, wünschen sich aber gleichzeitig mehr Vertrauen und Nähe in ihren Beziehungen. Gerade mal 14 % der Befragten äußerten den Wunsch ihren Bekanntenkreis zu vergrößern. Allerdings ist der Wunsch, mehr Qualität statt Quantität in freundschaftlichen Beziehungen zu erleben auch eine Frage des Alters: während man im Alter von 20 Jahren noch mit einer Vielzahl an Personen Kontakt hält, wird ab 30 die Qualität unserer Freundschaften wichtiger. Auch räumen die Ergebnisse der Studie mit einem weit verbreiteten Klischee auf , denn wem es an (guten) Freunden fehlt, der ist meist kein überzeugter Außenseiter. Häufig sind es vor allem ältere Personen und Personen aus einfacheren Gesellschaftsschichten, die an einem Mangel an Freunden leiden. Und auch Singles haben es nicht leicht – 38 % von ihnen beklagen das Fehlen einer vertrauten Bezugsperson im Freundeskreis ausdrücklich. 

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